Geschichte des Kalenders
Geschichte des Kalenders
In beihnahe jeder Kultur gehört der Kalender zu den ältesten Denkmälern, die sie überliefern. In Rinde geritzt, in Stein gemeißelt, als
wertvolle Münzen oder mehr oder weniger große Kalendersteine, auf Papier, Papyrus, gemalt oder geschrieben, gibt es die verschiedenartigsten Zeugnisse darüber, dass die Erfahrung von Zeit zu den
ursprünglichsten Erfahrungen der Menschheit gehört.
Die Reihe der frühen deutschen Kalenderdrucke hat viele Formen hervorgebracht: Einblattdrucke, Kalender verschiedener Druckformate, Almanache und auch das Kalendarium mit ausgearbeiteter Prognostik.
Die Basis kalendarischer Prognostik war die Praktik als Terminus technicus für Vorasudeutungen aller Art. Sie betrafen in erster Linie das Wetter, konnten sich aber auch auf andere Erscheinungen im
Himmel und auf Erden beziehen, selbst auf die der politischen Welt. Zur kalendarischen Praktik gehörte traditionell das System der Lostage und das der Erwehlungen oder Lostafeln. Diese Symbole
beziehen sich auf die astrologisch gute, weniger gute oder schlechte Konstellation für das Aderlassen. Erst in zweiter Linie folgen die entsprechenden Zeichen für die günstigen Zeiten des Badens, der
Einnahme von Arzneien, des Entwöhnens der Säuglinge und anderer Lebensnotwendigkeiten. Die Aderlaßregeln, unterschiedlich für jeden Tag, für jedes Geschlecht, jedes Alter und jeden Teil des
menschlichen Körpers, gehören zur Ursubstanz kalendarisch geordneter Lebenspraxis. Viele frühe Kalenderdrucke heißen einfach nur Laßzettel oder Laßtage.
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